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Anna Jeger

Anna Jeger ist jung, schön und äusserst talentiert


Anna Jeger ist jung, diszipliniert, zielstrebig und mit ihrem Cello unterwegs. Auf vier Saiten kann sie singen, lebendig erzählen, dramatisch auftrumpfen und spieltechnisch glänzen. Mit ihrer Duo- Partnerin Shih-Yu Tang ist Anna Jeger am Sonntag, 24. November, 17.00 Uhr, im Bachtelen Grenchen mit Kammermusik zu hören.

Der warme Klang des Cellos umschmeichelt Anna Jeger wie die langen, dunklen Haare. Die zierliche Frau mit dem grossen Instrument verliebte sich schon als Vierjährige in den Ton des Violoncellos. «Meine Mutter nahm mich mit, wenn sie die ältere Schwester zum Geigenunterricht begleitete. Als ich gefragt wurde, ob ich eine Geige ausprobieren wolle, verneinte ich energisch, zeigte auf ein Cello», lacht sie. Angefangen auf einem Mini-Instrument für kleine Talente, sind der bauchige Cello- Korpus und Anna Jeger mittlerweile zu einer Einheit zusammengewachsen. An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) erwarb sie den Bachelor of Arts und studiert nun in der Klasse von Thomas Grossenbacher, um den Master of Pedagogy zu erlangen. «Vergleichbar mit dem früheren Lehrdiplom, befähigt dieser Studiengang zum Unterrichten.» Erste Erfahrungen sammelte sie an der Musikschule Lohn- Ammannsegg, wo sie als Stellvertreterin einspringen durfte. «Nicht einfach für eine beliebige Lehrkraft, sondern für die Tochter meiner allerersten Cello-Lehrerin. Ein Zufall, der mich sehr freute», lächelt sie. Bereits bevor sie die Matura an der Sport- und Kulturklasse der Kanti Solothurn ablegte, wusste sie genau, was sie beruflich machen wollte. «Obschon ich mich für viele Themen interessiere und mir auch eine andere Studienrichtung vorstellen konnte, entschied ich mich hundertprozentig für das Cello. Ich wusste, dass ich sonst nur mehr wenig Zeit für das Musizieren hätte erübrigen können. Zu wenig, um das Niveau zu halten », erklärt die Künstlerin. Mit Disziplin, Durchhaltewillen und der Passion für ihr Instrument hat sie bereits viel geschafft, einige Wettbewerbe gewonnen, schon früh Konzerte gegeben.

Vielseitig begabt
Doch damit gibt sich die aufstrebende Studentin nicht zufrieden, studierte im Nebenfach Musikphysiologie. «Diese noch junge Wissenschaftsdisziplin erforscht die menschlichen Funktionen beim Musikmachen. Sie bietet Prävention und Lösungskonzepte bei Beschwerden und Gesundheitsproblemen, die vom Musizieren herrühren. » Anna Jeger kennt keine Schmerzen, ist sportlich und ein Bewegungsmensch. Sie fühlt sich körperlich und mental fit und belastbar. Diese Stärken braucht es, um mit der grossen Sonaten von Beethoven und Schumanns Fantasie auf dem Konzertpodium zu brillieren. «Und eine Partnerin, die auf dem gleichen Level musiziert», lacht sie. Shih-Yu Tang und Anna Jeger halfen vor ein paar Jahren bei einem Schülerorchester aus und lernten sich in der Pause kennen. Die Bratschistin erwähnte, dass sie im Hauptfach Klavier studiere, war die Freude gross und die Duo-Besetzung war geboren. «Wir verstanden uns menschlich und musikalisch auf Anhieb. Ich geniesse es immer, wenn wir zusammen auftreten», lobt Anna Jeger. Bei ihrem Grenchner-Konzert wird Anna Jeger die Stücke vorstellen. «Dies habe ich bei Roel Dieltiens, bei dem ich den Bachelor machte, erstmals erlebt. Kleine Moderationen erleichtern dem Publikum den Zugang zur Musik, schaffen eine ganz eigene Atmosphäre», ist die Cellistin überzeugt. «Wenn ich an Schumanns emotionale Ausbrüche, an sein Sehnen nach mehr, denke, so möchte ich dies den Zuhörenden auch vermitteln. Rhetorisch und musikalisch… ». Gefühle, die sie während des Spielens im Bauch spüre und von denen sie sich wünsche, dass sie auch die Zuhörenden nachempfinden. Silvia Rietz