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Franco Trinca

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Franco Trinca

Er macht alles mit Passion, Ausdauer und Italianità


Franco Trinca läuft mit viel Passion und Ausdauer Marathon, besitzt eine beeindruckende Sammlung mit Medaillen aus New York, Rom, Budapest, Zürich und anderen Austragungsorten. Mit der gleichen Leidenschaft und Kondition brennt er für die Oper und den Gesang. Am Donnerstag, 21. März, 19.30 Uhr, begleitet er in der Musikalischen Andacht seinen Landsmann Leonardo Galeazzi am Klavier. Gemeinsam bringen sie sakrale Musik, Opernromantik und Italianità in die Marienkirche Solothurn. Der Dirigent ist auch als Pianist erfolgreich.

Franco Trinca ist körperlich und geistig auf Hochleistung programmiert. Ob Marathon, Schwimmen oder Biken, ob Oper oder Konzert – der athletische Italiener gibt sich nicht mit Durchschnittlichem zufrieden, strebt immer nach dem Besonderen. Dirigiert er beispielsweise Verdis «Otello», so setzt er sich neben der Partitur mit dem Othello von William Shakespeare und dem Libretto von Arrigo Boito auseinander. Gründlich und solide bereitet er sich auf alle Projekte vor. Sei es an der Hochschule der Künste in Bern, wo er den Sängernachwuchs ausbildet, am heimischen Theater, als Leiter der Opera de Chambre de Geneve oder als Gastdirigent, Pianist und Komponist. Im Mittelland steht er als Synonym für die italienische Oper und prägende Figur des Bieler und Solothurner Musiklebens. Franco Trinca gehört seit 1991 als Dirigent und Musikalischer Leiter zum Ensemble vom Theater Biel-Solothurn und hat viele tolle Sängerinnen und Sänger seiner Heimat in die Region gebracht. So auch den Bariton Leonardo Galeazzi, der gegenwärtig in der «Butterfly»-Produktion zu bewundern ist. Bei der Frage, was der Maestro denn an Italiens Opernstimmen besonders schätze, braucht er nicht lange zu überlegen: «Eindeutig die Klangfarbe. Ich beherrsche einige Sprachen und in jeder werden die Vokale anders ausgesprochen. Ich bin überzeugt, die Vokale beeinflussen die Stimme. Gerade die im Italienischen sehr offen ausgesprochene Vokale wirken sich auf die Klangfarben aus.» Franco Trinca liebt italienische Stimmen und die Sänger lieben den Maestro. Vom 2010 verstorbenen italienischen Jahrhundert-Bariton Giuseppe Taddei wurde er 2000 eingeladen, ihn bei einem Rezital in Tokio zu begleiten. Vor einem Jahr gastierte er mit Bariton Michele Govi in Macau (China) mit «Il signor Bruschino», staunte über die Reaktionen der Chinesen. «Diese Opera Buffa strotzt nur so vor Situationskomik, die wir gut rüberbrachten. Trotzdem blieb das Publikum kühl», wundert er sich. Schliesslich will er die Menschen berühren und emotional ansprechen.

Temperament und Seriosität
Der Meister mit dem Taktstock verinnerlicht nämlich die Werke: Die Musik grosser Komponisten bewegt und packt ihn. Dabei lässt er sich sehr wohl auch von «unitalienischen » Stimmen verzaubern. Sang doch bei seinem Debüt in Biel eine zierliche Berner Sopranistin namens Ursula Rytz in Donizettis «Viva la Mamma», die bald einmal ihren Namen in Trinca-Rytz verlängerte und Mutter seiner drei Mädchen wurde. Doch bevor es soweit war, führte Mister Zufall die beiden Opernfans im Stadttheater Luzern, wo Ursula im Festengagement sang, mit Rossinis «Italienerin in Algier» erneut zusammen – und seither für immer. «Ich bin glücklich mit meinem «Vier-Mädel-Haus» und stolz auf die Töchter, die alle studieren.» Sind sie zuhause und haben Lust auf Pasta mit würzigem Sugo, so werden sie vom Maestro persönlich bekocht. Franco Trinca vereint Qualitäten, die für die Mentalität seines Geburtslandes stehen: Er reagiert schnell und improvisiert gekonnt. Dabei charakterisieren ihn auch viele Eigenschaften, die als helvetische Stärken angesehen werden: Auch wenn er improvisiert, analysiert er vorher die Situation und sucht nach tragfähigen Lösungen. Unbedachte Feuerwehrübungen sind nicht sein Stil. Er steht für Seriöses und Tiefgründiges. So hat er sich auch auf die Musikalische Andacht vorbereitet. «Wir präsentieren neben Opern-Arien auch Ausschnitte aus Händels «Messias» und Rossinis «Petite Messe solennelle». Darauf freue ich mich sehr.» Silvia Rietz