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Michel Ryser

Der Rettungsschwimmer fühlt sich im Wasser in seinem Element


Michel Ryser weiss, wie man sich in der Aare angemessen verhält. Der Rettungsschwimmer und Taucher aus Passion ist am Samstag, 17. August, zum achten Male beim Aareschwimmen mit dabei. Als Leiter Infrastruktur verantwortet Michel Ryser den Auf- und Abbau der Strecke. Dabei geniesst die Sicherheit der Teilnehmenden für ihn und den SLRG Solothurn oberste Priorität.

«Die Aareschwimmer werden vom Sicherheitsdienst, Kajakfahrern, Booten und Rettungstauchern gut begleitet, zudem ist die Strecke klar signalisiert und die Teilnehmenden werden in jedem Sektor gezählt und kontrolliert. Bis jetzt ist beim Aareschwimmen noch nie etwas passiert, die Sicherheit ist gewährleistet», freut sich Michel Ryser. Wird der Rettungsschwimmer mit einer Gefahrensituation konfrontiert, wird der Gefährdete zuerst mit Worten beruhigt, erhält einen Rettungsring oder ein Rettungsseil zugeworfen. Erst wenn dies nichts fruchtet, wird selber ins Wasser gesprungen, um dem Bedrängten beizustehen. «Ein Ertrinkender entwickelt Panik und Todesangst und verbunden damit ungeahnte Kräfte, mit denen er auch die Retter in Gefahr bringen kann», erzählt Michel Ryser. Wird ein Schwimmer aus dem Wasser geborgen, sind die Rettungsschwimmer auch mit Herzmassagen, Beatmen und anderen Sofortmassnahmen vertraut. «Wir sind immer auf dem neusten Stand und unsere Kenntnisse werden periodisch überprüft », erklärt er. Rettungsschwimmer und Taucher müssen körperlich und geistig fit sein. Theorie ist dabei das eine – üben etwas anderes. «Auch wer das Brevet besitzt, nimmt regelmässig an den in der Badi Solothurn stattfindenden Ausbildungskursen, Trainings und WKs teil.» Michel Ryser ist mit Herzblut Rettungsschwimmer, engagiert sich aktiv in der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft Solothu-rn. Jahrelang war er als Materialwart für den Unterhalt und die Pflege des Materials besorgt. Kontrollierte, ersetzte und reparierte Flossen, Schwimmbretter, Rettungspuppen, Tauchgewichte und vieles mehr. Aktuell ist das Vorstandsmitglied als Kassier für die Finanzen zuständig. Rettungsschwimmen und Rettungstauchen ist das eine, freies Tauchen die andere Seite. Erzählt Michel Ryser von seinen Taucherlebnissen, werden die Wunder und das Mysterium der Unterwasserwelt lebendig. Tauchen ist für den Primarlehrer und IT-Supporter viel mehr als ein blosser Zeitvertreib. Zu den emotionalsten Erinnerungen gehört der Tauchgang in Ägypten, als er plötzlich einem Delphin in die Augen schaute. «So eine nahe Begegnung ist schon aussergewöhnlich. Zumal der Delphin nach dem Luftholen zurückkehrte und nochmals auf mich zu schwamm. Ein unvergesslicher Moment.» In der Schweiz liebt er vor allem das Maggiatal im Tessin und schwärmt: «Klares Wasser, Felsen, Becken und Steine, soweit man sieht. Eine Unterwasser- Landschaft, deren Schönheit einmalig scheint.» Egal ob Wildbach oder ruhiger Strom: Flusstauchen bietet besondere Reize und Herausforderungen. «Wir sind auch schon eigens für zwei Tauchgänge ins Tessin gefahren», schmunzelt die Wasserratte und schiebt nach, es lohne sich immer.

Fit und sportlich unterwegs
Wenn er sich nicht im Wasser tummelt, wandert er gerne. «Meistens planen meine Frau und ich mehrtägige Wanderungen, wobei uns die Labrador-Hündin stets begleitet. » Oft sei er auch an Rock- oder Metalkonzerten anzutreffen. Da habe sich bereits eine ordentliche Ticket-Sammlung angehäuft. Im Winter gehe es natürlich auch auf die Pisten, mit Skiern oder mit dem Snowboard spiele dabei keine Rolle. «Ich habe aber auch nichts gegen eine spannende TVSerie oder ein gutes Buch einzuwenden», lacht er. Bücher liest er nicht nur in der Freizeit, denn der Primarlehrer unterrichtet in Biberist Fünft- und Sechstklässler. Im Sommer liegt neben dem Lehrstoff durchaus ein Besuch der Gerlafinger Badi drin. «Da bringe ich den Schülern spielerisch die Freude am Wasser und am Sport bei.» Seit Montag ist Michel Ryser wieder im Klassenzimmer anzutreffen. Daneben laufen die Vorbereitungen für das Aareschwimmen auf Hochtouren. Einmal mehr freut sich Michel Ryser, an diesem einmaligen Schwimmevent dabei zu sein. Silvia Rietz