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Gabriel Emanuel Arnold

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Gabriel Emanuel Arnold

Mit dem Flügel zum Nordkap und den Nordlichtern pilgern 


Der Solothurner Pianist hat sich für das Jahr 2018 ein originelles Projekt vorgenommen: Vor zwei Jahren spielte Gabriel Emanuel Arnold auf der «GrandPiano onTour» in den Schweizer Alpen und auf den «Seven Sisters» an der Ärmelkanalküste in Südengland. Nun ist eine Reise ans Nordkap geplant, wo sein Flügel vom Polarlicht beschienen werden soll.

Gabriel Emanuel Arnold ist ein junger Familienvater, Komponist, Pianist und findiger Kopf, der nicht nur über Partituren brütet, sondern sich ungewöhnliche Fragen stellt und kreative Lösungen findet. Wie der Plan, mit einem Flügel ans Nordkap zu reisen. Diesen Traum zu realisieren bedingt, sich Herausforderungen wie Transport, Finanzierung, Klimaeinflüsse und mehr zu stellen. Auf die Frage, wohin die Tour ihn und seinen Flügel noch führen wird, lacht er und meint: «Die erste grosse Tour mit dem Ziel Nordkap wird drei Monate dauern. Dort will ich mit einem Flügel im Schnee und unter echten Polarlichtern ein Musikvideo produzieren. Auf der Strecke durch Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark werde ich natürlich auch «normale» Konzerte in Hallen geben.» Neben den Musikvideos wird er auf der Reise täglich über Social Media mit Bild und Ton präsent sein. «Ja, für das daheimgebliebene Publikum gibt es die Möglichkeit, bequem vom Sofa aus auf Social Media (vor allem YouTube und Facebook) live mit laufend aktualisierten Videos, Fotos und Posts, dabei zu sein.» Schmunzelnd fügt er an: «Ich empfehle zu liken, teilen und kostenlos abonnieren.» Zudem werde Blick Online während der Tour wöchentlich ein kurzes Video über den Reisefortschritt veröffentlichen. Fotos, Videos und Texte stellt der Musiker selber her. Handwerklich ist er gut gerüstet: Einen Teil seines Studiums verdiente er sich als Fotograf, als Tüftler kennt er sich mit dem Einsatz von Drohnen aus. Die bereits lancierten Fotos und Clips stammen selbstverständlich auch von ihm. Als Knabe tummelte er sich gerne auf dem Flugplatz Grenchen, durfte oft mitfliegen und interessierte sich für die Aviatik. Selbstredend, dass das Konzept für den flügeltauglichen Autoanhänger, mit dem die Familie unterwegs sein wird, ebenfalls aus Arnolds Ideenwerkstatt kommt. Ohne seine Frau Hannah und die beiden Buben Arthur und George mag der Solothurner nämlich nicht reisen. 

Musisch und rational veranlagt
Körperliche Arbeit hat der Künstler, der heute von der Musik leben kann, nie gescheut. Die musische Ader ist ihm eigen, aber auch lösungsorientiertes, rationales Denken und Handeln. Dieses liege bei einer Ingenieurfamilie in den Genen. Als Arnold  in jungen Jahren nach Berlin reiste, wurde ihm durch ein Missverständnis die Aufnahmeprüfung für die Universität der Künste (UDK) verwehrt. Er liess sich nicht unterkriegen, studierte privat weiter, arbeitete für den Lebensunterhalt. Ein Zufall bescherte ihm einen Platz beim nächsten Vorspielen im ehemaligen Haus der Berliner Philharmoniker. «Ich spürte kein Lampenfieber, sondern genoss einfach das Konzert im geschichtsträchtigen Saal. Und es klappte, ich konnte mich für die UDK qualifizieren.» Zur Musik ist er eher zufällig gekommen. Die Eltern nahmen den damals Neunjährigen zu einem Klavierwettbewerb mit. Als er Nelson Goerner hörte, tauchte er in eine neue Welt ein, die ihn elektrisierte. In der Pause suchte er Goerner auf und prophezeite ihm, er werde gewinnen. Dieser schüttelte belustigt den Kopf, warteten doch  noch namhafte Konkurrenten auf ihre Chancen. Doch der Knabe liess nicht locker und lud den Argentinier ein, sich bei Arnolds zu melden, sollte er jemals in die Region Solothurn kommen. Die Voraussage erfüllte sich, der Sieger hiess Goerner. Einige Zeit  später staunten die Eltern, als sich der Pianist am Telefon meldete und ankündigter, er sei nun in Grenchen auf dem Bahnhof. Der Rest ist Geschichte, die beiden Musiker verbindet seit damals eine tiefe Freundschaft. Künstler werden von Gefühlen getragen. Gabriel Emanuel Arnold ist den Eltern und Lehrern dankbar, dass er so weit gekommen ist. Sitzt er am Flügel, beseelt ihn ein Wunsch: «Die Zuhörer sollen sich nach dem Konzert emotional besser fühlen als vorher.»  Gabriel Emanuel Arnolds  Credo wird ihn ans Nordkap begleiten. Silvia Rietz