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Violetta Vitacca

Das Museum ENTER aus dem Dornröschenschlaf geholt


Violetta Vitacca leitet seit zwei Jahren das Museum ENTER in Solothurn, dessen Bekanntheitsgrad sie merklich steigerte. Jüngstes ENTER-Projekt ist das Crowdfunding für den Wolkenprojektor Spitlight, einer Ikone der Schweizer Technikgeschichte, der restauriert und erhalten werden soll.

Wir befinden uns im digitalen Zeitalter, in einer virtuellen Realität und einer Informationsgesellschaft, welche auch «globales Dorf» genannt wird. Deren Ursprünge zeigt das Museum ENTER auf. Hier wird nämlich Computer und Unterhaltungselektronik präsentiert. «Die Sammlung zeigt neben Computern ab 1950 auch mechanische und elektronische Rechenmaschinen, Exponate aus der Radio- und Fernsehtechnik, Tonaufnahme- und Wiedergabegeräte zwischen 1870 bis heute sowie Telekommunikationsgeräte », listet Violetta Vitacca auf. Stifter sind die Unternehmer und Sammler Felix Kunz und Peter Regenass, die das Museum in seiner heutigen Form 2011 eröffneten. Violetta Vitacca ist die Frau, die das Computer- und Technikmuseum seit zwei Jahren leitet und nach modernen Marketing- Grundsätzen vermarktet. Als Betriebswirtschafterin denkt analytisch, erfüllt von Forschergeist, Neugierde und Passion für die Elektronik und ihren Möglichkeiten. Die strukturierte Frau interessiert sich für Geschichte und für Zukunftsvisionen, handelt gleichermassen kreativ und pragmatisch. Innert kurzer Zeit hat sie bereits viel erreicht. «Wir hatten dieses Frühjahr einen tollen Start mit vielen Besuchern. Doch der Corona-Einschnitt hat auch uns schwer getroffen», resümiert Violetta Vitacca. Der Aufschwung ist nicht nur dem Ausbau von spannenden Führungen zuzuschreiben, die ehemalige Markenspezialistin hat Elektronik-Workshops, Flohmarkt, Vorträge und Events initiiert, die den Namen und die Botschaft von ENTER bekannter machen. Wie das Crowdfunding für den Wolkenprojektor Spitlight, welches noch bis am 24. Juli läuft und über das sich Interessierte unter www.enter.ch/ spitlight informieren können. «Damit wollen wir den Wolkenprojektor Spitlight restaurieren und dem Schweizer Weltrekordhalter in Solothurn zu neuem Glanz verhelfen. Wer uns unterstützt, kann sich tolle Belohnungen sichern, wie eine Fahrt im Spitlight», freut sich die Museumsleiterin.

In die Welt der Elektronik eintauchen
«Im Museum ist es an schwülen Sommertagen herrlich kühl. Ein idealer Ort also um sich zu erholen und zu informieren. Wir bieten jeden ersten Samstag im Monat öffentliche Führungen an. Die nächste am 1. August, 13.30 – 15.00 Uhr. Interessierte können in die Welt der Elektronik eintauchen und mit Exponaten aus der Ära Autophon den Bezug zur Region herstellen. Unter anderem ist auch unser Prachtstück, der Apple 1 zu bewundern», preist Violetta Vitacca die Schätze an. «Der geschichtsträchtige Apple 1 ist Kult, schon fast ein Kunstobjekt. » Das Museum ENTER besitzt eine vollständige Apple-Sammlung. Geschätzt gibt es weltweit nur fünf vollständige Sammlungen. «Dieser Schatz an funktionierenden Computer Hard- und Software, Computerperipherie, Rechenmaschinen, Telekommunikation, Radio- und TV-Geräten, weist uns internationale Bedeutung zu», kommentiert Violetta Vitacca die Ausstellung. Eines ihrer erklärten Ziele ist es, die Hemmschwelle für Besucherinnen und Besucher zu senken und das Technologie-Museum mit dem angegliederten, eine Million Einzelteile umfassenden, Elektronik-Shop breiter zu verankern. «Der Bogen von Pionier- Techniken zur Hightech ist keinesfalls staubtrocken, sondern gestaltet sich sehr emotional. Da werden Erinnerungen an den ersten Computer oder das erste Handy wach», schmunzelt sie. «Wie gefühlvoll sich die «kalte» Technik entfaltet, wird oft unterschätzt», ergänzt sie. Zu ihren Aufgaben gehören nicht nur Führungen und Events organisieren, sondern auch das Neubau- Projekt und die damit verbundene Vision 2023 zu begleiten und zu koordinieren. «Da die RBS ein grösseres Gelände benötigt und eigentlich nur unser Platz infrage kommt, wird in Kooperation ein neues, 2023/2024 bezugbereites Museumsgebäude entstehen.» Parallel zum Ausbau des Bahnhof Solothurn Süd entsteht so eine nationale Plattform zum Erleben, Erforschen und Erhalten der Geschichte der Computer und der Unterhaltungselektronik. «So wie sich die Welt der Technik ständig weiterentwickelt, so wächst und verändert sich auch das Museum ENTER», blickt Violetta Vitacca in die Zukunft. Silvia Rietz