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Brigitte Geiser

Benachteiligten Kindern zu helfen ist ihr ein Anliegen


Brigitte Geiser arbeitet als Controller/Risk Manager bei einer Bank und spielt bei der Solothurner Band Dögz das Keyboard. Daneben engagiert sie sich für den Solothurner Verein Kenyan Children Help (www.kenyanchildrenhelp.ch), um das von Annedore Biberstein gegründete Hilfsprojekt New White House Academy in Kenia zu unterstützen. Nach dem Benefizkonzert im Kofmehl startete der Verein über die Stiftung I care for you ein Crowdfunding Projekt für einen Mannschaftsbus für die Handballmannschaft der Schule, welches noch bis zum 24. Dezember läuft. 

Brigitte Geiser ist eine moderne junge Frau, erfolgreich im Beruf und mit ihrer Band Dögz. Trotzdem fehlte der Vielbeschäftigten etwas. Sie wollte, wenn auch im Kleinen, die Welt eine Spur besser machen. Etwas Sinnvolles und Gutes tun. Brigitte Geiser informierte sich bei Hilfswerken. «Da ich mich bei einem Auslandaufenthalt nicht für drei Monate verpflichten mochte, fand ich nichts Geeignetes. Bis mich eine Freundin von Annedore Biberstein auf deren Schule in Kenia hinwies und meinte, Annedore wäre auch über einen Kurzeinsatz froh», erinnert sich Brigitte Geiser an den ersten Kontakt, bevor sie die New White House Academy in Voi besuchte und tatkräftig mithalf. Die Schweizerin sah, wie die Kinder an dieser Schule aufblühen, wie dankbar sie für das Essen, die Ausbildung und für das tägliche Wasser sind. In einem von Krisen, Kriminalität, Korruption und Armut gebeutelten Land können die Kids unbeschwert aufwachsen: Singen, lachen, lernen, Sport treiben. «Die Kinder leben in der Schule und gehen – wenn überhaupt – nur während den grossen Ferien nach Hause. Die Schule fängt sozial Benachteiligte auf, deren Eltern sich die staatlichen Bildungsangebote nicht leisten können», fügt sie an. Besonders bewegte sie die Frage eines der Kinder, was sie bis anhin für ein Schicksal erlebt habe, was das Schlimmste für sie gewesen sei. Als sie als einziges den friedlichen Tod der Grosseltern nannte, schaute der Knabe sie mit grossen Augen an und meinte: «Bei Dir ist wirklich niemand getötet oder verletzt worden?». Annedore Biberstein erklärte, dass die meisten der Kinder traumatische Erfahrungen verarbeiten müssten, da in den Dörfern Morde und Überfälle an der Tagesordnung seien. In der sicheren Umgebung der Schule können die Kinder die Schrecken vergessen, bekommen ein Ziel und nutzen das Sprungbrett für eine bessere Zukunft. Brigitte Geiser hat Land und Kontinent lieben gelernt: «Verglichen mit der westlichen Welt besitzen die Kenianer nichts. Aber, sie haben täglich ein Lächeln im Gesicht und sie geben einem alles – obwohl sie selber nichts haben.» Und sie passte sich den Gegebenheiten an. Erst duschte sie jeden Morgen, schamponierte das Haar. Als sie realisierte, wie kostbar Wasser ist, bewendete es fortan beim Waschen am Brunnen. 

Das Bedürfnis zu helfen
Die Zeit an der Schule hab sie sehr bewegt und verändert. Die Eindrücke waren so nachhaltig, dass sie die Schule direkt und unbürokratisch aus der Schweiz unterstützen wollte. Diesen Gedanken habe ich an die blueMonday Crew sowie an die Kulturfabrik Kofmehl Crew herangetragen und sie stiess auf mehr als offene Ohren. Unter dem Motto «Gemeinsam sind wir lauter» fand am 17. Mai, unterstützt von der Crème de la Crème der Schweizer Musikszene (Krokus), ein Benefizanlass für den Verein Kenyan Children Help statt. Danach fragte mich Annedore Biberstein, ob ich dem Vereinsvorstand beitreten wolle. Dieses Angebot habe ich gerne angenommen», erinnert sie sich. Besonders am Herzen liegen ihr die Patenschaften. Für sechzig Franken im Monat sichere diese einem Kind bis sechzehn Jahre den Schulbesuch, Kleider und Nahrung zu. Sechzehn- bis Zwanzigjährige können mit neunzig Franken pro Monat die Ausbildung und Lebenshaltungskosten bestreiten. «Werden Mädchen mit sechzehn Jahren in die Dörfer zurückgeschickt, erwartet sie oft Zwangsheirat und frühe Mutterschaft. Dank der Ausbildung erhöht sich die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben», meint Brigitte Geiser, die wie ihre Vorstandskollegen ehrenamtlich arbeitet und Spesen bisher selber bezahlt. Im Moment setzt sie sich dafür ein, dass die Handballmannschaft, die bereits einige wichtige Spiele gewinnen konnte, mit einem Bus zu den Tournieren fahren kann.        Silvia Rietz