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David H. Aebischer

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David H. Aebischer

Musiker, Autor, Allrounder und Querdenker mit Herz


David H. Aebischer engagiert sich an vielen Fronten, ist Musikagent, Autor, Vater und Hausmann sowie Gründer der gemeinnützigen Hilfsorganisation «Grenchner Schild». Dank seiner Initiative werden Lebensmittel, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet und ansonsten vernichtet würden, im Schild-Laden gegen geringes Entgelt an Bedürftige abgegeben.

David H. Aebischer schreibt nicht nur Bücher und komponiert, sondern er arbeitete lange in der Jugendarbeit und Familienhilfe, hat vor einem Jahr das Männerbüro Grenchen ins Leben gerufen. Dort suchen nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Jugendliche Rat und Hilfe. Seine Rolle dabei versteht David H. Aebischer als Vermittler, Begleiter und Berater. Für Fachfragen hat er einen Kompetenz-Pool mit Juristen, Psychologen und anderen Fachkräften an der Hand. Das Engagement führte ihm oft krasse soziale Missstände vor Augen, weckte noch mehr den Gerechtigkeitsdiener in ihm. So kam er auf die Idee, Familien und Alleinstehende, die mit dem Existenzminimum auskommen müssen, kostengünstige Lebensmittel und Gebrauchsartikel zu beschaffen. Begünstigte werden auf Vertrauensbasis ermittelt. «Um Lebensmittel und Artikel im Schild-Laden beziehen zu können, ist eine Bezugskarte notwendig. Deren Erhalt ist vom jeweiligen Jahreseinkommen abhängig und kann direkt im Laden oder über die Website bezogen werden», erklärt der Gründer. «Die Produkte befinden sich in einwandfreiem Zustand, sind jedoch kurz vor dem Verfalldatum. Sie stammen oft aus Überproduktionen oder die Verpackung wurde beschädigt. Der Grenchner Schild rettet so Lebensmittel vor dem Vernichten und führt sie kostengünstig armutsbetroffenen Menschen in Grenchen zu», ergänzt David H. Aebischer. Das dem Laden angegliederte Kaffee soll mithelfen, Kontakte zupflegen und etwas Abwechslung bringen. Unterstützt wurde er dabei von Akduman Hüseyin, der im Maxi Lebensmittel-laden spontan einen Raum zur Verfügung stellte. «Ich kenne ihn schon lange. Hüseyins Empathie und Hilfsbereitschaft beeindrucken mich.» Im Gespräch erzählt Aebischer, wie viel Solidarität und Support er gerade von Ausländer aus der Türkei und vom Balkan erfahren habe. «Menschen, die gut integriert sind und der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen. Das hat mich tief beeindruckt.»

Allrounder und Familienmensch
Auch ohne Grenchner Schild kennt David H. Aebischer keine Langeweile. Der Allrounder ist auf dem sozialen und kulturellen Parkett in vielen Funktionen anzutreffen. Arbeitet seine Herzallerliebste, widmet er sich als Hausmann den Alltagspflichten in der Küche, betreut die Kinder. Die Familie ist ihm wichtig. Er schraubte sein Pensum bewusst zurück um seine beiden Söhne und die Tochter aufwachsen zu sehen. Im Moment dreht sich vieles um den fünfzehnmonatigen Nachzügler. «Meine Tochter besuchte extra einen Babysitterkurs. Die beiden Grossen hätscheln den Kleinen, dass es eine Freude ist», lobt er. Geborgenheit, Wärme und Kreativität wird bei Aebischers gross geschrieben. Ein Kämpfer für die sozial Schwächeren und Querkopf im visionären Denken, stösst nicht immer und überall auf positives Echo. Dies erlebte er mit seinem Konzept um den Grenchner Marktplatz zu beleben. Um die von wenig Goodwill geprägte Geschichte abzukürzen meint er lapidar: «Hauptsache, die Konzepte wurden und werden umgesetzt. Egal, wer dafür nachher als Urheber genannt wird.» Resignieren gehört nicht zu seinen Charaktereigenschaften und nachtragen schon gar nicht. Viel lieber schaut er nach vorne, reisst neue Projekte an. Beruflich stützt er junge Musiker beim Start und im sozialen Feld vermittelt materiell bedürftigen oder psychisch angeschlagenen Menschen Hilfe. Daneben will er mit Radiosendungen, Musik, Bildern und Zeichnungen den Menschen (und sich selber) Freude bereiten.

Silvia Rietz