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Luke Wiedmann

Schweizer Meister 2020: Mit Taktik und Kondition zum Sieg


«Als ich am Morgen aufwachte wusste ich: Heute ist der Tag», strahlt Mountainbiker Luke Wiedmann, der in Gränichen den Schweizer Meistertitel im U19 eroberte. Ein Glückssonntag für Solothurn, gewann Joel Roth doch die Goldmedaille im U23 und holte damit den zweiten Schweizer Meistertitel für das Bike Team Solothurn. Überhaupt hat sich 2020 als perfektes Jahr erwiesen: Luke Wiedmann gewann im März den Auftakt der Junioren Serie mit dem Junior Weltcup in Spanien und im Juli den Junior Weltcup in Leukerbad.

Mit Achtzehn träumen junge Männer von Partys, Frauen und anderen aufregenden Dingen. Mountainbiker Luke Wiedmann hingegen konzentriert sich voll auf das Trainieren, auf nationale und internationale Rennen und auf die Lehre als Fahrradmechaniker. «Alkohol, Zigaretten und Ausgang sind Tabu. Meine Gedanken fokussieren sich auf den Leistungssport und die Ausbildung.» Der asketische Lebenswandel hat sich gelohnt. Luke Wiedmann feiert dieses Jahr eine richtige Erfolgsserie. «Ich bin an vier Rennen gestartet und konnte alle gewinnen», schmunzelt er zufrieden. Wobei das letzte Rennen, die Junioren Schweizer Meisterschaften im aargauischen Gränichen, unter den besonderen Corona-Bedingungen durchgeführt wurden. «Es waren keine uns anfeuernden Zuschauer da, jeder Athlet durfte nur von zwei Betreuern begleitet und die Strecke konnte nicht vorher besichtigt werden», erinnert er sich. Trotzdem liefen die fünf Runden für den Mountainbiker schlicht optimal. «Während den ersten beiden Runden fuhr ich in der Fünfer-Spitzengruppe auf Position zwei und drei mit. In der dritten Runde griff ich den Leader an, wobei sich die Spitzengruppe auflöste und ich bis zur fünften Runde am führenden Athleten dranblieb. Hier gelang mir der Überraschungscoup, in dem ich ihn vor dem Anstieg überholte und die Führung übernahm», berichtet Luke Wiedmann und strahlt. Der erste Moment im Ziel sei unbeschreiblich gewesen. So richtig realisiert, dass er nun den Schweizer Meistertitel U19 geholt hatte, habe er erst am anderen Tag. Auf die Frage, was ihm letztlich den Sieg gebracht habe, lächelt er und meint: «Taktik und Kondition.»

WM 2020 im Visier
Langfristig will Luke Wiedmann von den Junioren zur Elite vorstossen. Erst aber wartet die Startgruppe U23 auf den Nachwuchssportler. Er ist sich bewusst, dass das Konkurrentenfeld dort viel breiter ist und die Mitfahrer vier Jahre älter und erfahrener sind. Doch mit der ihm eigenen Stärke, Talent und Disziplin wird es der Mountainbiker auch in dieser Kategorie schaffen. Zumal er die Trainingsbedingungen beim Bike Team Solothurn lobt. «Wir verfügen über ausgezeichnetes Material und werden gut betreut.» Er profitiere von den Erfahrungen und den Diskussionen mit seinen Teamkameraden. Den Willen zum Siegen und ausdauernd Trainieren bringt Luke Wiedmann selber mit. Dem jüngsten Mitglied des Bike Team Solothurn liegt der Radsport im Blut. «Mein Grossvater fuhr früher Rennvelo, heute fährt er Mountenbike. Er gehört zu meinen grössten Fans und Sponsoren», erzählt er. Der Mountainbiker wird von der ganzen Familie gefördert. Die Eltern ermöglichen ihm, sich voll dem Sport zu widmen, begleiten ihren Sprössling zu den Rennen. Auch Lehrmeister Stefan Lüthi von der Velo Galerie Langenthal unterstützt ihn. «Dank flexiblen Arbeitszeiten kann ich an den Rennen teilnehmen. Finden sie im Ausland statt, bekomme ich frei. Dies ist nicht selbstverständlich und ich bin dankbar für diese Lehrstelle.» Um Training und Arbeit unter einen Hut zu bringen, steht er um 6.30 Uhr auf, fährt mit Zug und Bus, und bei schönem Wetter mit dem Velo von Bellach in den Oberaargau, arbeitet bis 18.30 Uhr und radelt oft direkt zum Training. Hier wird hart um Ausdauer und Tempo gerungen. Denn das grösste Ziel liegt noch vor ihm. Luke Wiedmann trainiert für die Weltmeisterschaften, die vom 5. bis 12. Oktober in Österreich ausgetragen werden. «Ich brauche unbedingt ein gutes WM-Resultat, damit ich mir für künftige Rennen der Kategorie U23 einen guten Startplatz sichern kann.» Wer Luke Wiedmann und seine bisherigen Podestpätze kennt, zweifelt nicht daran, dass er auch diese Herausforderung schaffen wird. Silvia Rietz