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Osterbräuche wie Eier bemalen sind im Trend

Im christlichen Glauben feiert man zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi, der den Tod überwunden hat. Kein Wunder, dass sich um ein solch hohes Kirchenfest vielerlei Osterbräuche entwickelt haben. Nach dem Winter ist Ostern für viele Familien der erste Anlass, im Freien zu feiern. Die Kinder suchen im Garten nach Ostereiern, während die Erwachsenen spazieren gehen und die milde Frühlingsluft geniessen. Eine Vielzahl von Traditionen sorgt für vergnügliche Aktivitäten rund um das Osterfest, das bedeutendste Fest des Christentums.

An Ostern werden immer besonders viele Eier gegessen. Am liebsten suchen sich Kinder Ostereier in ihrer Lieblingsfarbe aus oder bemalen sie gleich selbst. Am einfachsten gestaltet sich das Ostereier färben, wenn die Eier zuvor ausgeblasen wurden. Nach dem gründlichen Waschen mit der Nadel oben und unten ein Loch anbringen und den Eiinhalt ausblasen. Wenn die Eier gut getrocknet sind, geht es ans Bemalen und Bekleben. Natürlich können Eier ganz ursprünglich mit Stiften bemalt werden. Richtig interessant wird es aber, wenn man sie natürlich färbt: Blau werden sie eingelegt in Heidelbeersaft, rosa in Preiselbeersaft und beige durch das Kochen mit Zwiebelschalen. Nun dürfen die Eier an den Osterbaum gehängt werden. Eier wurden schon lange vor der Einführung des christlichen Osterfestes geschmückt und verziert. Wer es sich damals leisten konnte, wickelte die Eier in Blattgold ein. Auch für ärmere Familien gab es jedoch eine spannende Methode des Eierschmückens: Indem man sie mit Blättern oder Blüten verschiedener Blumen kochte, übertrugen sich allerlei Farben auf die Eierschale. Die Kirche erklärt die Tradition des Eierfärbens mit einer Legende. Dieser zufolge ging Maria Magdalena nach der Wiederauferstehung Christi zum Kaiser und berichtete ihm vom Wunder. Der Kaiser lachte sie jedoch aus und behauptete, dass Christus genau so wenig auferstanden sei, wie die frisch gelegten Eier vor ihm eine rote Schale hätten. In diesem Moment färbten sich die Eier rot und überzeugten ihn von der Auferstehung.

Vom Gitzibraten und Osterlamm
Neben den Eiern bilden Schokoladeerzeugnisse wie Osterhasen, Eier und andere Sujets eine süsse Versuchungen. Herr und Frau Schweizern lieben jedoch auch ein herzhaftes Osteressen. Hier kommt vor allem im Tessin in vielen Familien der sogenannte Gitzibraten auf den Tisch. Das Ostergitzi – also das Osterzicklein oder Osterlamm – wurde ausschliesslich mit Milch und Heu gefüttert. Es sind verschiedene Stücke erhältlich, nämlich Gigot, Racks und Ragout, wobei die Edelstücke am Knochen gereift werden. Im Gegensatz zum Ostergitzi steht das Herbstgitzi den ganzen Sommer über auf der Weide und ernährt sich von Gras, weshalb sein Fleisch kräftiger ist und ohne Knochen verarbeitet werden kann. Da das Osterlamm in der christlich-abendländischen Tradition für die Auferstehung Jesu Christi steht, gehörte es bis Mitte des sechzehnten Jahrhunderts ganz selbstverständlich auf die österliche Festtafel. Im Zuge des Wiederbelebens alter – auch kulinarischer – Traditionen, wird wieder häufiger ein Osterlamm serviert. Die meisten Osterbräuche haben jedoch mit dem Osterhasen zu tun. Über die Herkunft des Eierlieferanten ist man sich jedoch bis heute nicht einig. Das erste Mal erwähnt wurde ein Osterhase vom Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau im Jahr 1682. In seiner Abhandlung «De ovis paschalibus – von Oster-Eiern» führt er den Osterhasen an und warnt ausserdem vor einem übermässigen Eierverzehr. Vor dem 17. Jahrhundert brachten in vielen Regionen noch andere Tiere die Eier: Der Fuchs, Kuckuck, Storch oder ein Ostervogel. Doch egal, wer die farbigen Eier gebracht hat, das eigentliche Vergnügen ist das Suchen, Finden und Essen.